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Wirtschaftswetter Stuttgart
Wirtschaftswetter Stuttgart 2009
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2009: Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt um 30 Prozent, Verbraucherinsolvenzen nehmen geringfügig zu.

Abbildung: Firmen- und Verbraucherinsolvenzen Stuttgart 2002-2009 (zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
Ähnliche Entwicklung in den Landkreisen – rund 7.000 Arbeitsplätze bedroht
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in der Region Stuttgart hat sich 2009 gegenüber dem Vorjahr um 28,9 Prozent erhöht. Insgesamt mussten im vergangenen Jahr 910 Unternehmer und Selbstständige den Gang zum Insolvenzgericht antreten. 2008 wurden 706 Fälle registriert.
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Zahl der Unternehmensinsolvenzen nach Landkreisen |
| 2009 |
2008 |
| Böblingen |
122 |
102 |
+19,6% |
| Esslingen |
184 |
136 |
+35,3% |
| Ludwigsburg |
199 |
145 |
+37,2% |
| Rems-Murr-Kreis |
171 |
134 |
+27,6% |
| Stuttgart |
234 |
189 |
+23,8% |
| Gesamt |
910 |
706 |
+28,9% |
Grafik: Zahl der Unternehmensinsolvenzen nach Landkreisen in der Region Stuttgart von 2008 bis 2009
Im Rezessionsjahr 2009 war die Liquiditätslage vieler Unternehmen in der Region durch wegbrechende Aufträge und Forderungsausfälle stark belastet. Die Eigenkapitalrücklagen als ein wichtiger Stabilitätsfaktor sind im Zuge der Krise stark geschrumpft. Hinzu kam das restriktive Finanzierungsumfeld, worunter vor allem bonitätsschwache Firmen zu leiden hatten.
In jedem siebten insolventen Unternehmen (14,7 Prozent) waren zum Zeitpunkt der Insolvenzmeldung mehr als zehn Personen beschäftigt. Das ist ein merklich höherer Prozentanteil als im Vorjahr (11,7 Prozent). Sieben Unternehmen hatten sogar mehr als 100 Angestellte. Gleichwohl spielt sich das Insolvenzgeschehen größtenteils im kleinen Mittelsand ab: Fast drei Viertel der Pleiten (73,3 Prozent; Vorjahr: 77,0 Prozent) entfallen auf Kleinstbetriebe und selbstständig Tätige mit weniger als fünf Mitarbeitern. Insgesamt waren etwa 7.000 Arbeitnehmer aus der Region von der Insolvenz ihres Arbeitgebers betroffen. Ein Großteil dieser Stellen wird im Zuge von Liquidierung bzw. Sanierung wahrscheinlich wegfallen.
Jede siebte Pleite ein Baubetrieb – produzierendes Gewerbe stärker betroffen als 2008
Gut die Hälfte der insolventen Unternehmen (56,3 Prozent; 2008: 52,5 Prozent) war im Dienstleistungsbereich tätig; Auf den Groß- bzw. Einzelhandel entfallen 18,6 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen (2008: 21,0 Prozent). Der Bausektor machte 2009 ein Siebtel (14,6 Prozent) des Insolvenzgeschehens in der Region Stuttgart aus. 2008 war der Bau noch für jede fünfte Insolvenz (19,8 Prozent) verantwortlich gewesen. Auf 10,5 Prozent deutlich zugenommen hat der Anteil des produzierenden Gewerbes. Im Vorjahr waren nur 6,7 Prozent der Pleitekandidaten dem Industriesektor zugehörig.
Privatinsolvenzen: leichter Anstieg zu verzeichnen
Generell ist anzumerken, dass die Zahl der Verbraucherinsolvenzen kein aussagekräftiges Bild des Überschul-dungszustandes einer Region zeichnet. Sie gibt lediglich Aufschluss darüber, wie viele Personen bei Gericht eine Restschuldbefreiung beantragt haben. Konkretere Zahlen hierzu liefert die Zahl der Eintragungen in die Schuldnerverzeichnisse einer Region, welche schätzungsweise um ein Zehnfaches darüber liegt.
Bei den Insolvenzen natürlicher Personen ist die Anzahl der Verfahren in der Region Stuttgart weiter gestiegen: 2.905 Verbraucher stellten in 2008 einen Insolvenzantrag (2008: 2833). Dies entspricht einer Steigerung von rund 2,5 Prozent (Bundesdurchschnitt + 0,4 Prozent).
Wirtschaftswetter Stuttgart 2008
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